Am Samstag, den 27. Juni 2026, wurde unsere Feuerwehr um 20:20 Uhr gemeinsam mit der Feuerwehr Haimingerberg von der Leitstelle Tirol zu einem Waldbrand am Tschirgant alarmiert. Zahlreiche Notrufe meldeten eine starke Rauchentwicklung nach einem Blitzeinschlag. Der Brandherd befand sich rund 250 Meter oberhalb des neuen Weges zur Haiminger Alm in einem äußerst unzugänglichem Gebiet.
Um die Lage rasch und umfassend beurteilen zu können, wurde von uns die Feuerwehr Obsteig zu einer Erkundung angefordert. Gleichzeitig verschaffte sich auch der Hüttenwirt der Haiminger Alm, der selbst Mitglied unserer Feuerwehr ist, ein Bild der Situation. Zur Unterstützung wurde zudem die Feuerwehr Silz nachalarmiert, welche uns Waldbrandcontainer als wertvolle Zusatzausrüstung lieferte.
Aufgrund der einsetzenden Dunkelheit sowie der schwierigen Geländeverhältnisse wurde der Einsatz gegen 22:00 Uhr aus Sicherheitsgründen unterbrochen. Eine Fortsetzung der Brandbekämpfung in der Nacht hätte für die eingesetzten Kräfte ein nicht vertretbares Risiko dargestellt.
Kurz vor Sonnenaufgang, gegen 04:00 Uhr, erfolgte eine neuerliche Lagebeurteilung. Schnell zeigte sich, dass eine wirksame Brandbekämpfung ausschließlich mit Unterstützung aus der Luft möglich war. Daraufhin wurden mehrere Hubschrauber aus ganz Österreich angefordert. Neben den Flughelfern wurde auch die Lageführung des Feuerwehrbezirkes Imst eingebunden. Bereits gegen 06:00 Uhr wurden die ersten Feuerwehrkräfte mittels Tau direkt zum Brandherd geflogen, um dort mit der Bekämpfung des Feuers zu beginnen.
Im Laufe des Einsatzes wurden insgesamt rund 55.000 Liter Löschwasser in 96 Rotationen über dem Brandgebiet abgeworfen. Dank des koordinierten Zusammenwirkens aller eingesetzten Organisationen konnte der Waldbrand schließlich unter Kontrolle gebracht werden. Gegen 12:45 Uhr wurde „Brand Aus“ gegeben. Im Anschluss konnten unsere Kameraden mit dem Hubschrauber „Leonardo“ des Österreichischen Bundesheeres sicher ins Tal zurückgeflogen werden.
Im Einsatz standen der Christophorus-Hubschrauber EC135 des ÖAMTC, ein Hubschrauber der Firma Heli Alp Krimml sowie eine Agusta-Bell AB 212 und der neue Leonardo AW169 des Österreichischen Bundesheeres.
Die Berufsfeuerwehr Innsbruck übernahm die Betankung der zivilen Hubschrauber, jene des Bundesheeres wurden mit ihrem eigenen Tankfahrzeug betankt.
Ein besonderer Dank gilt allen eingesetzten Feuerwehren, den Flughelfern, den Hubschrauberbesatzungen, der Leitstelle Tirol sowie sämtlichen beteiligten Einsatzorganisationen für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Nur durch das professionelle und reibungslose Zusammenspiel aller Kräfte konnte dieser anspruchsvolle Waldbrandeinsatz erfolgreich bewältigt werden.

